Song – Die Kunst der Entspannung im Taijiquan
- Samuel Tanner
- 10. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Juli 2025
Entspannung im Taijiquan bedeutet nicht Schlaffheit, sondern lebendige, kraftvolle Geschmeidigkeit. Erfahre, warum das Prinzip „Sōng“ zentral für Gesundheit, Alltag und Kampfkunst ist – und wie du es lernen kannst.

Einleitung: Entspannt – aber nicht schlaff
Wir alle kennen die wohltuende Wirkung von Entspannung – nach einem Spaziergang, einer Massage oder in einer ruhigen Minute. Doch im Alltag ist sie oft schwer greifbar: „Ich würde mich gern entspannen – aber wie?“ Im Taijiquan ist Entspannung kein Ziel, sondern ein Weg. Ein Prinzip, das geübt und verinnerlicht wird – nicht nur für geschmeidige Bewegungen, sondern für Gesundheit, Gelassenheit und sogar in der Kampfkunst.
Was bedeutet Sōng (鬆)?
Das chinesische Wort „Sōng“ wird oft als Entspannung übersetzt – doch es meint viel mehr:
Lockerheit, ohne Instabilität
Weichheit, ohne Schwäche
Loslassen, ohne in sich zusammenzufallen
In der Praxis bedeutet das: Die grossen, äusseren Muskeln sind gelöst, während die feineren, tieferen Muskeln aktiv, aber nicht angespannt sind. So entsteht eine elastische, lebendige Körperspannung – wie bei einer Katze in Lauerstellung.
Warum ist Song so wichtig?
Sōng ist die Voraussetzung für flüssige, koordinierte, runde Bewegungen. Nur wenn unnötige Spannung weicht, kann die Bewegung aus der Körpermitte fliessen und im ganzen Körper weitergeleitet werden – ganz ohne Blockade oder Stockung.
„Die Bewegungen des Taiji Quan sind langsam und sanft … und machen den Körper allmählich weicher und natürlicher.“
Verspannung stört den Energiefluss (Qi) – das weiss nicht nur die chinesische Medizin. Langfristige Spannung staut Energie, blockiert Atmung und belastet Gelenke, Muskeln, Nerven und Organe. Sōng löst diese Blockaden:
Die Atmung wird tiefer.
Der Blutfluss verbessert sich.
Die Körperhaltung richtet sich auf.
„Nur durch regelmässiges, aktives Training lösen sich die Verspannungen – und man baut durch Entspannung Kraft auf.“
Aber wie entspannt man auf Kommando?
Die ehrliche Antwort: Gar nicht.
Entspannung lässt sich nicht erzwingen. Sie muss erkannt, zugelassen und geübt werden. Der erste Schritt ist, die Spannung überhaupt zu bemerken – viele Menschen merken nicht, wie viel Spannung sie ständig mit sich tragen.
„Entspannung ist in erster Linie Entspannung des Geistes, denn der ganze Körper wird vom Nervensystem gesteuert.“
Im Taijiquan übt man, Spannung wahrzunehmen – und sie dann gezielt loszulassen. Dabei helfen:
einfache Stehübungen
sanftes Schwingen und Kreisen
langsame, bewusste Formbewegungen
Mit der Zeit wird Sōng zur neuen „Grundspannung“ – weich, wach, beweglich.
Entspannt sein im Alltag – eine Superkraft
Was im Taiji Quan geübt wird, zeigt im Alltag grosse Wirkung:
Konflikte werden klarer erkannt.
Reaktionen bleiben ruhiger.
Der Körper regeneriert schneller.
Die Stimme wird ruhiger. Der Atem tiefer. Der Blick weiter.
Du kannst deinen Tag immer wieder unterbrechen, um zurück in den Sōng-Zustand zu finden – durch Atmung, Haltung oder einen bewussten Schritt.
Yiquan Luzern – Entspannung lernen, die bleibt
In meinen Kursen für Taiji und Yiquan in Luzern steht Sōng im Zentrum: Nicht als Technik, sondern als Erfahrung. Nicht als Ziel, sondern als Weg.
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