Wie Bewegung und Meditation unser Gehirn verändern
- Samuel Tanner
- 7. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. Aug.
Entdecke, wie Bewegung und Meditation dein Gehirn verändern! Erfahre in diesem Artikel, wie Praktiken wie Yiquan und Taiji durch Neuroplastizität Körper und Geist stärken – und wie du in Luzern Yiquan oder Taiji als „Meditation in Bewegung“ selbst erleben kannst. Jetzt mehr erfahren und Probetraining vereinbaren!
Was bedeutet Neuroplastizität?
Neuroplastizität beschreibt die faszinierende Fähigkeit unseres Gehirns, sich durch Erfahrungen, Lernen und Training laufend zu verändern und anzupassen. Früher dachte man, das Gehirn sei im Erwachsenenalter weitgehend „fest verdrahtet“. Heute weiss man: Unser Gehirn bleibt ein Leben lang formbar. Neue Synapsen können gebildet, Verbindungen zwischen den Neuronen (Nervenzellen) gestärkt oder auch umgebaut werden. Das ermöglicht es uns, neue Fähigkeiten zu erlernen, Gewohnheiten zu ändern – und sogar alters- oder krankheitsbedingtem Abbau entgegenzuwirken [3, 5].
Bewegung als Motor für Gehirn und Geist
Regelmässige Bewegung ist eine wirkungsvolle Methode, um die Neuroplastizität zu fördern. Studien zeigen, dass schon moderate körperliche Aktivität positive Veränderungen in der Gehirnstruktur und -funktion bewirken kann: Zum Beispiel wird das Volumen der grauen Substanz erhalten, die weissen Fasern (Verbindungen) bleiben besser intakt und die funktionelle Vernetzung im Gehirn verbessert sich. Besonders der Hippocampus – ein Bereich, der für Lernen und Gedächtnis zentral ist – profitiert stark von Bewegung [3]. Komplexere Formen von Bewegung, die Koordination, Aufmerksamkeit und Körperbewusstsein fordern, wie es im Taiji oder Yiquan der Fall ist, scheinen besonders effektiv zu sein. Sie verbinden physische, kognitive und emotionale Elemente auf einzigartige Weise.
Meditation und Achtsamkeit: Das Training für den Geist
Meditative Praktiken wie Achtsamkeitsmeditation, aber auch die meditativen Elemente von Qigong, Yiquan und Taiji, beeinflussen die Neuroplastizität ebenfalls nachweislich. Neurowissenschaftliche Studien belegen, dass regelmässige Meditation die Aktivität und sogar die Struktur verschiedener Hirnareale verändert – zum Beispiel in Regionen, die für Aufmerksamkeit, Emotionsregulation und Gedächtnis zuständig sind [2, 1].
Interessanterweise zeigt sich, dass diese Effekte sowohl kurzfristig (bereits nach einzelnen intensiven Meditationseinheiten) als auch langfristig auftreten können. Dabei werden nicht nur die bewussten Denkprozesse, sondern sogar die nächtliche Verarbeitung im Schlaf positiv beeinflusst. Diese Veränderungen werden als Ausdruck der Neuroplastizität verstanden und könnten mit dafür verantwortlich sein, dass Meditation langfristig Stress reduziert, das Wohlbefinden erhöht und vermutlich schützend gegenüber Altersabbau wirken kann [1, 2].
Die besondere Wirkung von Qigong, Yiquan und Taiji
Qigong, Yiquan und Taiji sind mehr als nur „Bewegung“ – sie sind integrative Übungssysteme, die Körper, Geist und teilweise Atmung miteinander verbinden. Forschung zu Qigong zeigt, dass diese Praxis signifikante strukturelle und funktionelle Veränderungen im Gehirn bewirken kann. Besonders häufig betroffen sind der Hippocampus und der präfrontale Cortex, die beide für kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung zentral sind [5].
Taiji (Taijiquan) hat in aktuellen Studien nicht nur positive Effekte auf die körperliche Gesundheit, sondern fördert nachweislich die funktionelle Spezialisierung im Gehirn. Ein Beispiel: Schon nach acht Wochen regelmässigem Training verbessert sich die sogenannte „kognitive Flexibilität“ – also die Fähigkeit, sich auf neue Situationen einzustellen und flexibel zu denken. Gleichzeitig verändert sich die Vernetzung und Effizienz bestimmter Hirnareale, was die Grundlagen für kreatives, adaptives Denken legt [4].
Yiquan, das ebenfalls auf einer Kombination von innerer Achtsamkeit, Imagination und gezielten Bewegungen basiert, integriert meditative Elemente (wie das berühmte „Stehen wie ein Baum“ – Zhanzhuang) mit Bewegungsvorstellungen. Wissenschaftliche Erklärungen und die Praxis zeigen, dass hierdurch nicht nur die Muskeln, sondern auch das Nervensystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden [6, 7]. Gerade diese Verbindung von innerer Ruhe, Vorstellungsarbeit und Mikrobewegungen ist ein einzigartiger Impuls für die Neuroplastizität.
Zhanzhuang ist nicht nur einfaches Stehen, es ist eine Form der Meditation, bei der man Hunyuan, seine innere Kraft, durch die Gedankenarbeit (Yi) trainiert. [7]
Fazit: Mit Yiquan und Taiji das Gehirn stärken
Die aktuellen Erkenntnisse aus der Forschung zeigen klar: Bewegung, Meditation und speziell Praktiken wie Qigong, Yiquan und Taiji haben das Potenzial, unser Gehirn lebenslang zu stärken, flexibel zu halten und unsere kognitiven Fähigkeiten zu fördern. Ob zur Vorbeugung von Altersabbau, zur Verbesserung von Aufmerksamkeit und Gedächtnis oder einfach für mehr innere Ausgeglichenheit – es ist nie zu spät, damit anzufangen.
Starte heute damit, dich in Bewegung und Stille zu üben – und schenke deinem Gehirn neue Möglichkeiten zur Entfaltung. Ich lade dich herzlich zu einer Schnupperstunde bei Yiquan Luzern ein. Das Training findet jeweils dienstags am Nachmittag und Abend statt. Du kannst jederzeit einsteigen – und sowohl Yiquan als auch Taiji kennenlernen.
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Quellen:
Dentico, D. et al. (2018): Acute effects of meditation training on the waking and sleeping
brain: Is it all about homeostasis?. [Link]
Lardone, A. et al. (2018): Mindfulness Meditation Is Related to Long-Lasting Changes in Hippocampal Functional Topology during Resting State: A Magnetoencephalography Study. [Link]
Boa Borte Silva, N.C. et al. (2024): Physical exercise, cognition, and brain health
in aging. [Link]
Cui, L. et al. (2021): Tai Chi Chuan Alters Brain Functional Network Plasticity and Promotes Cognitive Flexibility. [Link]
Liu, J. et al. (2023):Qigong exercise and cognitive function in brain imaging studies: A systematic review of randomized controlled trials in healthy and cognitively impaired populations. [Link]
Yiquan, Mit medizinischen Aspekt Körper und Geist zugleich kultivieren, Jumin Chen – Kapitel Theoretischer Hintergrund. [Link]
Yiquan, Mit medizinischen Aspekt Körper und Geist zugleich kultivieren, Jumin Chen – Kapitel Trainingsinhalt. [Link]
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